Tür nachträglich schalldämmen – 8 Tipps, die funktionieren!

Viele von uns kennen das Problem: Die Tür ist zu und trotzdem scheint der Lärm aus dem Nebenzimmer fast ungehindert in den Raum zu dringen und geht uns mächtig auf die Nerven. 

Meistens sind die Wände hierbei nicht die entscheidende Schwachstelle für die Schallwellen, sondern tatsächlich die Tür.

Bevor du jetzt aber sofort deine Tür aus den Angeln hebst, sie in den Sperrmüll wirfst und viel Geld für eine Schallschutztür ausgibst, solltest du zuerst ausprobieren, ob es möglich ist, die aktuelle Tür lärmdichter zu machen. Das geht nämlich leichter als man denkt!

Hier findest du 8 Tipps, wie du mit einfachen Mitteln nachträglich die Schalldämmung einer Tür deutlich verbessern kannst.


1. Die Türdichtungen erneuern

Die erste typische Schwachstelle von lärmdurchlässigen Türen sind die Türdichtungen, die am Rahmen befestigt sind. Intakte Türdichtungen sollen dafür sorgen, dass möglichst wenig Luft und damit auch wenig Lärm zwischen der Tür und dem Türrahmen durchkommt.

Leider neigen selbst die besten Türdichtungen dazu, mit zunehmender Zeit platt zu werden. Dadurch verlieren sie langsam aber stetig ihre Dämmfunktion, wodurch Luft und Lärm immer leichter durch die Tür kommen.

Ein einfacher Trick um zu testen, ob deine Türdichtungen noch gut in Schuss sind, ist der “Papier-Trick”. Hierzu nimmst du einfach ein Blatt Papier und klemmst es zwischen der Tür und dem Türrahmen ein. Dann versuchst du das Blatt bei geschlossener Tür herauszuziehen. 

Wenn es sich leicht herausziehen lässt, deutet das darauf hin, dass die Dichtungen nicht mehr so gut abdichten. Sie sollten also erneuert werden.

Gute Türdichtungen sind günstig und bequem online bestellbar. Wir empfehlen zum Beispiel die selbstklebende Silikondichtung von Tesamoll*.

Das Austauschen von Türdichtungen ist ganz einfach und wird zum Beispiel in diesem Video gezeigt. Der positive Unterschied macht sich sofort bemerkbar. 

2. Alle Lücken und Spalte zwischen der Wand und dem Türrahmen schließen

Vor allem in älteren Häusern kommt es häufiger vor, dass die Wände etwas uneben sind, wodurch sich beim Türeinbau oftmals Lücken zwischen dem Türrahmen und der Wand ergeben. Durch diese Lücken können Luft und Schall dann ganz einfach von einem Raum in den nächsten wandern. 

Auch in einem Neubau lassen sich kleinere Lücken beim Türeinbau kaum vermeiden. Es lohnt sich also, dies zu überprüfen.

Je nach Größe der Lücken kann die Instandsetzung mehr oder weniger aufwändig sein. Kleinere Spalte kann man durch eine kleinere Nachbesserung mit einem geeigneten Dichtstoff bereits ausreichend ausfüllen, sodass der Luftstrom blockiert wird. Den passenden Dichtungsstoff findet man in jedem Baumarkt.

Bei sehr großen Spalten (selten) sollte man eventuell eine Neujustierung der Tür in Erwägung ziehen

3. Eine Dichtungsleiste an der Unterkante anbringen

Dieser Tipp bewahrheitet sich immer und immer wieder als eine der einfachsten und effektivsten Lösungen um die Schalldämmung einer Tür nachträglich deutlich zu verbessern.

Denn tatsächlich weisen die meisten Zimmertüren einen unnötig großen Spalt zwischen dem Fußboden und der Unterkante auf. 

Da haben Schallwellen natürlich leichtes Spiel und dann ist es auch egal, wie dick und massiv die Tür ist. Der Lärm geht einfach unter ihr hindurch.

Zum Glück lässt sich das aber ganz einfach und mit wenig Geld lösen! Dazu bringt man einfach eine Dichtungsleiste aus Silikon an der Tür an oder schiebt einen Zugluftstopper aus Schaumstoff unter die Türkante.

Dichtungsleisten, die man fest an der Tür befestigt, verkleinern den Spalt bis auf wenige Millimeter ohne den Boden zu berühren. Das ist besonders bei sehr empfindlichen Fußböden oder bei Teppichböden oftmals die beste Option. Wir empfehlen diese Dichtungsleiste von EXTSUD*.

Bei glatten Böden kann man alternativ auch zu einem Zugluftstopper aus Schaumstoff greifen. Dieser berührt zwar den Boden, ist aber auch sehr schonend und stoppt effektiv Zugluft und Schallwellen. Eine gute Option ist zum Beispiel dieser Zugluftstopper von tesamoll*.

4. Anti-Dröhn-Matten an die Tür kleben

Die Dichtungen sind intakt und alle Lücken sind so weit wie möglich verschlossen und trotzdem kommt weiterhin zu viel Lärm durch die Tür? – Das ist ärgerlich. Die gute Nachricht ist aber, dass es noch weitere Mittel gibt, um die Schalldämmung einer Tür nachträglich zu verbessern.

Und zwar sollte man sich als nächstes darum bemühen, die Masse der Tür zu erhöhen. Denn rein physikalisch betrachtet gilt: Je mehr Masse (also Gewicht) ein Gegenstand besitzt, umso schwerer kommen Schallwellen durch ihn durch.

Das bedeutet also: Die Dicke der Tür ist eher unwichtig! Was zählt, ist, dass die Tür möglichst massiv und schwer ist. Dann prallen ankommende Schallwellen einfach von ihr ab.

Um eine Tür nachträglich massiver zu machen eignen sich verschiedene Materialien. Ein sehr beliebtes Material sind sogenannte Anti-Dröhn-Matten aus Bitumen. Diese sind vielseitig einsetzbar und kommen oftmals auch bei der Schalldämmung von Wänden und Autotüren zum Einsatz.

Selbstklebende Anti-Dröhn-Matten aus Bitumen* sind nur wenige Millimeter dich und lassen sich ganz einfach an der Türfläche anbringen. Mit ihrer hohen Dichte sorgen sie dafür, dass die Tür insgesamt massiver und somit schalldichter wird.

Für ein besonders effektives Ergebnis kann man die Matten an beiden Seiten der Tür anbringen. Man sollte auch darauf achten, dass möglichst die ganze Türfläche bedeckt ist, sonst können Schallwellen weiterhin durch die unbedeckten Stellen durch die Tür wandern. 

Zur optischen Verschönerung bietet es sich dann noch an, die Matten mit Designfolie zu überkleben. Dann fallen sie kaum noch auf.

5. Massegeladene Vinyl-Matten an die Tür kleben

Ganz ähnlich wie Bitumen-Matten können auch Matten aus massegeladenem Vinyl* verwendet werden. Sie sind sehr dünn und dennoch sehr schwer. Oftmals finden sie auch bei der Schalldämmung von Trockenwänden Verwendung.

6. Akustikschaumstoffe an die Türfläche kleben

Auch Akustik- oder Noppenschaumstoffe können helfen, um eine Tür lärmdichter zu machen. Man sollte hierbei jedoch beachten, dass der Lärmschutz hierbei prinzipiell etwas anders vonstatten geht als beim Versuch eine Tür massiver zu machen.

Schaumstoffe sind bieten natürlich wenig Masse, die Schallwellen aufhalten könnte. Dafür kennzeichnen sie sich aber durch eine sehr spezielle Oberflächen-Struktur. Diese bewirkt, dass ankommende Schallwellen zerstreut und dadurch gedämmt werden.

Besonders Geräusche mit hoher Frequenz können durch Akustikschaumstoffe gut gedämmt werden. Bei tiefen Bässen kommen sie eher etwas an ihre Grenzen.

Selbstklebende Matten aus Akustikschaumstoff* lassen sich recht einfach an der Türfläche befestigen.

Ein Vorteil von Akustikschaumstoffen neben der leichteren Installation ist, dass sie sich positiv auf die gesamte Raumakustik auswirken können. Sie reduzieren nämlich den Hall im Raum, was dafür sorgt, dass störende Geräusche weniger intensiv wahrgenommen werden.

7. Einen Schallschutzvorhang vor der Tür anbringen

Schallschutzvorhänge finden ebenfalls fast immer Verwendung, wenn es darum geht die Schalldämmung zu Hause zu verbessern. Sie sind im Vergleich zu gewöhnlichen Vorhängen deutlich dicker und schwerer und halten somit effektiv Schallwellen ab.

Manche Vorhänge (wie diese hier*) sind speziell für den Lärmschutz konzipiert und können den Lärm um bis zu 12 Dezibel reduzieren. Das entspricht in etwa der Halbierung der Lautstärke.

Günstigere Vorhänge aus Filz* sind ebenfalls sehr dicht und schwer und reduzieren spürbar den Lärm.

8. Sportmatten anbringen und andere kreative Lösungsansätze

Wer so wenig Geld wie möglich zur nachträglichen Dämmung der Tür ausgeben möchte, kann auch zu etwas kreativeren Mitteln greifen. Zum Beispiel können auch alte Sportmatten dafür genutzt werden, die Tür schwerer und schalldichter zu machen.

Alternativ finden sich auch Beispiele, wie Leute ihre Türen mit alten Büchern beklebt haben um sie lärmdichter zu machen. Das sieht letztendlich womöglich sogar ganz gut aus!

Wie immer sind auch hier der Kreativität keine Grenzen gesetzt und verschiedene Materialien könne sich als nachträgliche Verstärkung der Tür eignen. Man sollte dabei hauptsächlich darauf achten, dass das Material die Tür schwerer und massiver macht.